Wenn aus einem Notfall-Rezept ein Lieblings-Rezept wird

Bevor ich euch von meinen Backwerken von dieser Woche erzählen kann, muss ich noch einen kleinen Nachtrag zum letzten Wochenende machen. Und zwar hatte ich ganz vergessen, euch zu erzählen, was aus den Missgeschicken der Wochen zuvor passiert ist. Vor ein paar Wochen habe ich doch das italienische Landbrot gebacken, das man nicht essen konnte, weil es steinhart war. Glücklicherweise ist doch noch was ganz leckeres daraus entstanden. Nämlich Schnitzel. Genauer gesagt, die Panade fürs Schnitzel. Ich habe das gesamte italienische Landbrot nämlich kurzerhand getrocknet, geröstet und gemahlen, dass ich so viele Brot-/Semmelbrösel vorrätig hatte, um sogar Schnitzel damit zu panieren. Das wollte ich ja sowieso schon lange ausprobieren. Und so wurde aus dem missglückten Brot doch noch ein richtig leckeres Essen. Geschmeckt haben die Schnitzel extrem lecker.

Sie sehen durch die Brotbrösel zwar etwas dunkler aus, als übliche Schnitzel, schmecken aber viel besser. Dadurch dass die Brotbrösel grober und etwas härter als normale Semmelbrösel sind, wird die Panade auch viel knuspriger. Man braucht zwar etwas mehr Fett beim Braten, aber das verbessert den Geschmack nochmal zusätzlich. Kein Vergleich zu üblichen Semmelbrösel und so habe ich wieder eine Ausrede mehr, Brot zu backen. Der Brotbrösel-Vorrat darf schließlich nicht ausgehen, wir geben uns nicht mehr mit einfachen Semmelbrösel ab 😉 Das wollte ich euch nicht vorenthalten. Probiert es unbedingt mal aus.

Für dieses Wochenende hatte ich mir mal wieder einiges vorgenommen. Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, habe ich mich ein bisschen mit Zuckerguss ausgetobt. Entstanden sind kunterbunte Osterhasen und -eier aus Quark-Öl-Teig.

Das Rezept dazu findet ihr in meinem letzte Beitrag. Das dürft ihr euch nicht entgehen lassen, es ist eines meiner liebsten Rezepte, schnell und einfach gemacht.

Aber natürlich habe ich auch Brot gebacken. Wie letzte Woche schon angekündigt, wollte ich unbedingt die Rezepte aus dem Brotbackbuch Nr. 1 von Lutz Geißler ausprobieren. Und so habe ich am Freitag das Landbrot, ein mildes Mischbrot aus Dinkel- und Weizenmehl, gebacken.

Dieses Mal hat sogar das Einschneiden geklappt. 😉 All zu viel möchte ich hier aber gar nicht sagen. Das erfahrt ihr in den nächsten Wochen in einem “Nachgebacken”-Beitrag.

Und dann hatte ich vor für Sonntag Semmeln zum Frühstück zu backen. Tage vorher habe ich schon nach einem passenden Rezept gesucht, bei dem ich die Semmeln am besten in der Früh nur noch in den Ofen schieben und backen muss. Ich bin auch nach ein bisschen Suchen fündig geworden. Nur habe ich das Rezept nicht richtig durchgelesen und am Samstagmittag festgestellt, dass man dafür einen Vorteig ansetzen muss, der 12 Stunden gehen sollte. Das war’s dann mit den Rezept. So viel Zeit hatte ich nicht mehr. Und jetzt? Ich habe also nochmal meine beiden Bücher und die Blogs im Internet nach Rezepten durchstöbert, die ich noch machen konnte. Nach ein bisschen hin und her bin ich dann auf die Rustikus aus dem Brotbackkurs von Valesa Schell gestoßen. Das sind rustikale Semmeln aus Weizen- und Roggenmehl mit einem Brühstück aus Altbrot. Eigentlich genau nach meinem Geschmack. Und trotzdem hatte ich sie bis jetzt nie in die engere Auswahl gezogen. Fragt mich nicht, warum. Das Brühstück wird im Rezept mit Altbrot und geschroteten Leinsamen angesetzt. Da ich keine Leinsamen daheim hatte, habe ich sie kurzerhand weggelassen. In den Hauptteig kommt neben Hefe noch etwas Anstellgut von Roland, dem Roggensauerteig. Perfekt, so konnte ich auch davon mal wieder etwas aufbrauchen. Ansonsten kommen keine besonderen Zutaten in den Teig. Nur Mehl, Wasser, Hefe, Honig, Salz und ein bisschen Butter. Der Teig sollte 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen, bevor man ihn 14-16 Stunden in den Kühlschrank stellt. Aus den 2 Stunden sind bei mir leider 4 Stunden geworden, da wir unterwegs waren. Um das auszugleichen, wollte ich ihn dann nicht so lange in den Kühlschrank stellen, nur 12-13 Stunden. Am nächsten Morgen sollten man dann den Teig dann noch etwa 2 Stunden bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen, bevor er weiterverarbeitet werden konnte. Ich habe mir extra dafür den Wecker auf 5 Uhr gestellt, habe dann aber so tief geschlafen, dass ich ihn nicht gehört habe. Um halb sieben bin ich dann von selbst aufgewacht und habe erschrocken schnell noch den Teig aus dem Kühlschrank geholt. Ich dachte mir aber, da er am Tag zuvor schon länger gegangen ist, sollte das halb so schlimm sein. Und so habe ich nach etwa einer Stunde akklimatisieren, die Semmeln geformt. Vom Gefühl her, war der Teig perfekt. Er hat nicht extrem geklebt und war trotzdem sehr dehnbar. Ich muss ehrlich zugeben, das Rezept hat mich total begeistert. Es waren tatsächlich die besten Semmeln, die ich bis jetzt gemacht habe. Sehr aromatisch, trotzdem saftig und knusprig, einfach lecker. Ein paar davon habe ich noch in Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Sesam gewälzt, auch das passt perfekt dazu.

Im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich das ursprüngliche Rezept nicht machen konnte und auf dieses gestoßen bin. Wer weiß, ob ich die Rustikus sonst überhaupt entdeckt hätte. Das wäre echt richtig schade gewesen. Wie gesagt, das waren tatsächlich die besten Semmeln, die ich bis jetzt gebacken habe, und ich werde sie ganz schnell wieder backen. Vielleicht schon nächste Woche? Es steht ja mit dem Osterwochenende ein backreiches Wochenende bevor. Lasst euch überraschen. Bis bald, eure Bici

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