Toastbrot

Am Wochenende hab ich was ganz außergewöhnliches für unsere Verhältnisse gebacken, ein Toastbrot. Eigentlich sind wir nicht so die Toastbrot-Esser, uns ist ein Brot zum Beißen lieber 😉 Nachdem Lutz Geißler in seinem Brotbackbuch Nr. 1 aber schreibt, dass das Toastbrot sogar ungetoastet gut schmeckt, wollte ich diesem Brot auch mal eine Chance geben. Und ehrlich gesagt, das Rezept hört sich ziemlich gut an. Es ist ja schließlich auch “nur” ein Weizenbrot, das in der Kastenform gebacken wird.

Bei diesem Rezept wird 4-12 Stunden vorher ein Vorteig aus Salz, Hefe und Wasser angesetzt. Dabei werden Salz und Hefe im Wasser aufgelöst und kühl gestellt. Ich bin mir gar nicht sicher, ob man das überhaupt als Vorteig bezeichnen kann, da die Mischung nicht “aufgeht” und dabei auch kein Mehl verwendet wird. Da Hefe zur Verwendung kommt, ist es wahrscheinlich aber auch kein Nullteig. Vielleicht eher eine Vorstufe? Im Buch ist es jedenfalls nur als “Salz-Hefe-Mischung” bezeichnet.

Diese Salz-Hefe-Mischung wird dann mit den übrigen Zutaten aus dem Hauptteig vermischt. Neben Weizenmehl 550 kommt noch Vollkornmehl, etwas süße Sahne, Butter, Zucker und Wasser in den Teig. Da das Brot im Kasten gebacken wird, ist der Anteil an Schüttflüssigkeiten höher als bei den anderen Broten aus dem Buch, die ich bis jetzt gebacken habe. Der Teig muss schließlich nicht selbst die Form halten und kann daher deutlich weicher sein. Nachdem der Teig 20 Minuten geknetet wird, lässt man ihn 1,5 Stunden zur Stockgare gehen, nach 45 Minuten wird er dabei einmal gedehnt und gefalten. Ich hatte nach der langen Knetzeit ein bisschen Angst, dass der Teig zu viel geknetet wurde. Er war schon sehr weich und fließend. Im Buch steht dazu, dass er “nicht kleben und seidenmatt glänzen” soll und das hat er tatsächlich. Zumindest hat er nicht sehr stark geklebt. Dehnen ließ er sich auch ganz gut und man konnte in der Stockgare richtig sehen, wie er aufging und Blasen gebildet hat. Das hat mich dann schon wieder beruhigt und ich habe nach Rezept weitergemacht. Die Gärgase werden dann nach der Stockgare durch Ausstoßen wieder ausgedrückt. Nach einer kurzen Ruhephase von 15 Minuten wird der Teig zu einem langen Strang geformt, der in 4 gleich große Teile aufgeteilt wird. Diese 4 Teile werden dann jeweils quer hintereinander in die Kastenform gelegt. Dadurch verhindert man, dass sich der Teig beim Backen zusammenzieht. Das würde passieren, wenn man einfach einen Strang längs in die Form legt. Und gleichzeitig ergibt sich dadurch die runde Form, die Toasts oben klassisch haben.

Die Stückgare in der Form dauert dann weitere 1,5 Stunden. Hier geht der Teig nochmal so richtig auf. Er sollte bis an den Rand der Kastenform gehen. Da ich eine sehr hohe Form habe, war das leider nicht ganz möglich. Trotzdem hat er schon nochmal ziemlich an Volumen zugenommen.

Gebacken wird das Toastbrot dann eigentlich fast wie jedes andere Brot auch, mit Wasserdampf zu Beginn. Nach etwa 3/4 der Backzeit nimmt man es dann aus der Form heraus und bäckt es nochmal kurz ohne Form. Anschließend wird es, noch heiß, mit Wasser bestrichen, damit es ein bisschen glänzt. Ehrlich gesagt, ich konnte keinen Glanz erkennen, obwohl ich es direkt aus dem Ofen mit Wasser abgestrichen habe. Aber das ist ja auch nur ein optischer Aspekt. Ich glaube nicht, dass das den Geschmack beeinflusst.

Das Ergebnis hat mich tatsächlich sehr überrascht. Es ist richtig lecker, und zwar vor allem ungetoastet. Ich habe zwar auch eine Scheibe getoastet probiert, aber ich muss zugeben, es schmeckt mir tatsächlich ungetoastet besser. Anders als erwartet, war die Kruste knusprig und nicht nur weich. Zwar nicht so, wie bei normalem Brot, aber trotzdem knusprig. Und die Krume war butterweich und trotz dem Vollkornmehl richtig saftig. Gleichzeitig hatte das Brot dank dem Vollkornmehl mehr Biss als klassisches Weißbrot-Toast. Ich bin auf jeden Fall sehr positiv überrascht und es hat mir richtig gut geschmeckt.

Wir haben am Samstag aus dem Toastbrot auch herzhafte “Arme Ritter” gemacht. Dabei werden kleine Sandwiches mit Schinken und Käse gemacht, in einer Ei-Milch-Mischung eingelegt und in der Pfanne gebraten. Das war lecker, kann ich euch sagen. Und das Toast hat perfekt dazu gepasst. Leider habe ich vergessen, ein Foto davon zu machen, Schande über mich. Beim nächsten Mal denke ich dran. Das Toast wird es nämlich bestimmt bald wieder geben, so gut wie es uns geschmeckt hat.
Vielleicht habe ich euch auch Lust gemacht, selbstgemachtes Toast auszuprobieren? Es lohnt sich auf jeden Fall.

Viel Spaß beim Nachbacken und bis bald, euer Bici

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