Landbrot

Wie ich euch vor kurzem erzählt habe, möchte ich in nächster Zeit die Rezepte aus dem Brotbackbuch Nr. 1 von Lutz Geißler testen. Und so habe ich mich kürzlich an das erste Brot daraus gewagt. Es ist nicht nur das erste Brot, das ich aus dem Buch backe, sondern tatsächlich auch das erste Rezept in dem Buch. Es nennt sich Landbrot und ist ein klassisches, mildes Mischbrot aus Dinkel- und Weizenmehl.
Mit Dinkelmehl, Wasser und Hefe wird ein Hefevorteig angesetzt, der erst eine Stunde bei Raumtemperatur und dann 22-24 Stunden im Kühlschrank gehen muss. In den Hauptteig kommt dann noch das Weizenmehl, etwas mehr Wasser und Hefe, Salz und Honig. Da als Triebmittel nur Hefe verwendet wird, habe ich mich entschlossen, noch etwas Anstellgut von Wilma, dem Weizensauerteig, für den Geschmack dazuzugeben. Diesen habe ich nicht gefüttert, sondern direkt aus dem Kühlschrank dazugegeben. Dadurch wirkt er nicht oder nur kaum als Triebmittel, sondern hauptsächlich als Geschmacksgeber. Damit die Mengenverhältnisse im Rezept durch Zugabe des ASG nicht geändert werden, muss man die entsprechende Mehl- und Wassermenge von den angegebenen Zutaten abziehen. Ich habe 80g ASG dazugegeben. Dieser besteht zu gleichen Teilen aus Mehl und Wasser, sodass ich von der im Rezept angegebenen Mehl- und Wassermenge jeweils 40g abgezogen habe. Da sich beim Brotrezept alle Zutaten auf die Mehlmenge beziehen, sollte man das auf jeden Fall berücksichtigen. Klar, 40g Mehl mehr oder weniger machen nicht so viel aus, aber um ganz sicher zu gehen, sollte man das ASG berücksichtigen. Von der Konsistenz war der Teig echt toll. Nicht zu klebrig und trotzdem dehnbar. Das kommt wahrscheinlich auch daher, dass ich den Teig richtig lange geknetet habe. Ich hoffe, dass ich so langsam ein Gefühl für die Teige bekomme und sagen kann, wann der Teig ausgeknetet ist. Jedenfalls ließ er sich gut dehnen und falten und ist auch richtig schön aufgegangen. Da der Vorteig schon lange geht und die Hefemenge etwas höher ist als bei den Broten, die ich zuvor gebacken hatte, muss der Teig gar nicht so lange gehen. Die Stockgare ist bei Raumtemperatur mit einer Stunde angesetzt, dann muss man den Teig nochmals kräftig kneten (ausstoßen), um die gebildeten Gase aus dem Teig zu drücken. Anschließend wird der Teig rund geformt und nochmals für etwa 90 Minuten gehen gelassen (Stückgare), bevor er auch schon gebacken werden kann. So hat man dann doch ganz schön schnell ein fertiges Brot auf dem Tisch. Mit dem Ergebnis bin ich dieses Mal auch echt zufrieden.

Dieses Mal hat das Einschneiden auch besser geklappt und ist in etwa so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Zwar ist das Brot noch mehr als gedacht im Ofen aufgegangen, sodass der Ausbund echt groß geworden ist. Aber man kann dieses Mal ein Muster erkennen.

Geschmacklich ist das Brot sehr mild. Für meinen Geschmack vielleicht etwas zu mild, ich liebe einfach intensive Brote. Da war ich froh, dass ich noch das ASG vom Weizensauerteig dazugegeben habe. Aber das ist ja alles Geschmackssache. Trotzdem ist es ein tolles Brot, das durch den milden Geschmack vielfältig belegt werden kann. Es würde sich zum Beispiel perfekt als Sandwichbrot mit vielen verschiedenen Belägen eignen. Die Konsistenz war dafür auch genau richtig. Die Krume ist schön saftig und weich, die Kruste nicht zu kross.

Ich habe es, als es ein paar Tage alt war, auch getoastet und mit Avocado gegessen. Richtig lecker. Obwohl es nicht mein liebstes Brot war, haben wir es trotzdem komplett aufgegessen. Es ist kein einziger Krümel übrig geblieben. Das spricht dann doch für sich, oder?

Durch die einfache und schnelle Zubereitung ist es meiner Meinung nach auch das perfekte Einsteiger-Brot. Man braucht keine besonderen Zutaten, keinen Sauerteig. Das alleine macht es schon sehr anfängerfreundlich. Und durch die schnelle und einfache Zubereitung ist es fast gelingsicher. Ich würde es daher auf jeden Fall weiterempfehlen für den Einstieg in die Welt des Brotbackens. Es hat mir nämlich richtig Spaß gemacht, dieses Brot zu backen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Nachbacken. Bis Bald, eure Bici

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