Kartoffel-Joghurt-Krüstchen “All-in-One”

Letztens wollte ich unbedingt auch mal ein etwas ausgefalleneres Brot backen. Bisher habe ich mich hauptsächlich auf klassische Rezepte mit Sauerteig/Hefe, Mehl und Wasser konzentriert. Aber ich wollte unbedingt auch mal Milchprdoukte verwenden. Und so habe ich mich für das Kartoffel-Joghurt-Krüstchen “All-in-One” aus dem tollen Brotbackbuch von Valesa Schell von “Brotbackliebe… und mehr” entschieden.

“All-in-One” bedeutet dabei, dass man keinen separaten Vorteig ansetzt, sondern sofort alle Zutaten für den Hauptteig vermischt. Ich habe nur den LM, welcher neben Hefe als Triebmittel eingesetzt wird, in der Früh frisch angefüttert, da die Gehzeiten vom Brot nicht so lange waren, dass ich mich getraut hätte, den LM direkt aus dem Kühlschrank zu verwenden. Ansonsten ist das “All-in-One”-Rezept ziemlich unkompliziert. Der fertiggeknetete Teig muss 3 Stunden zur Stockgare, zwischendrin wird er zweimal gedehnt und gefalten, dann rundgewirkt und nach ca. 60-90 min Stückgare kommt er in den Ofen. Abweichend zum Rezept habe ich mich hier für das Backen im Topf entschieden, da ich das für eine super Alternative zum Backen auf dem Backstein halte und es auch schon länger nicht mehr gemacht habe. Den gusseisernen Topf inkl. Deckel heizt man im Ofen mit auf, setzt dann das Brot in den Topf, und gibt den verschlossenen Topf wieder in den Ofen. Dadurch, dass die feuchte Luft, die beim Backen entsteht, durch den verschlossenen Deckel nicht entweichen kann, hat das die gleiche Funktion wie wenn man den Ofen mit Wasserdampf schwaden würde. Nach der sogenannten “Anback”-Phase, in der der Teig am heißesten gebacken wird und er am meisten an Volumen zunimmt, würde man beim Backen ohne Topf durch kurzes Öffnen der Ofentür den Dampf wieder ablassen, damit die Kruste knusprig werden kann. Das macht man nach etwa 10 Minuten. Dann wird meist auch die Temperatur etwas heruntergestellt. Beim Backen im Topf dauert die “Anback”-Phase etwas länger, nämlich ca. 20-30 Minuten. Nach dieser Zeit wird der Deckel vom Topf abgenommen und das Brot weiterhin im Topf aber ohne Deckel bis Ende der Backzeit weitergebacken. So kann man gewährleisten, dass auch bei dieser Back-Methode die Kruste knusprig wird.

Auch beim Backen im Topf gebe ich den Teig immer mit Backpapier in den Topf, da ich Angst habe, dass das Brot sonst am Boden anklebt. Und so kann ich den Teig auch leichter in den Topf setzen. Ich gebe den Teig nämlich aus dem Gärkorb dann in eine Schüssel, die ein bisschen kleiner als der Topf ist und die ich mit dem Backpapier ausgelegt habe. Von dort kann ich das Brot dann mithilfe des Backpapiers direkt in den heißen Topf heben, muss nur den Deckel wieder auf den Topf setzen und kann alles zurück in den Ofen setzen.

Und was soll ich sagen, ich bin immer wieder begeistert, wie toll die Brote Im Topf aussehen. Im finde es auch immer so schön, wenn die Brote wild aufreißen und nicht eingeschnitten werden. Das sieht so perfekt unperfekt aus. Ich muss zugeben, das Brot hätte ein paar Minuten länger im Ofen gut vertragen, es war am Boden noch ein kleines bisschen zu weich für meinen Geschmack. Aber es ist trotzdem sehr gut geworden. Richtig schön “knasprig”, wie wir immer sagen 😉 Knusprig und saftig in einem.

Das tolle bei diesem Brot war auch, dass es ewig frisch gehalten hat. Wahrscheinlich auch durch die Kartoffeln. In den Teig kommen nämlich gekochte Kartoffeln, die zusammen mit dem Joghurt püriert werden. Super zur Resteverwertung, wenn zu viele Kartoffeln übrig geblieben sind. Die Kartoffeln können dabei auch ruhig ein paar Tage im Kühlschrank liegen, bevor sie verbacken werden. Man muss nur ein bisschen mit der Flüssigkeit aufpassen, da die Wasseraufnahmefähigkeit je nach Kartoffelsorte unterschiedlich ist. Jedenfalls war das Brot auch noch eine Woche später richtig lecker. Es ist nicht ein einziges Stück übrig geblieben. Also ist auch das ein Rezept, das es bestimmt bald wieder gibt. Meine Liste an Broten, die ich demnächst backen möchte, wird irgendwie immer länger und nicht kürzer. Beim nächsten Mal backe ich es auf jeden Fall ohne Topf, einfach auch um zu sehen, ob es einen Unterschied gibt.

Das Brot hat mir übrigens perfekt als Marmeladenbrot oder mit Frischkäse und Schinken geschmeckt. Aber auch einfach nur mit Butter ist es richtig lecker. Ich könnte mir auch gut vorstellen, das Brot im Sommer zum Grillen zu Backen und dann ein paar Scheiben mit Olivenöl und Knoblauch anzurösten. Ihr seht also, dieses Brot ist echt vielseitig einsetzbar. Ich hoffe, ich habe euch damit ein bisschen Lust gemacht, das Rezept nachzubacken.

Viel Spaß dabei und bis bald, eure Bici

Disclaimer: Bei “Nachgebacken” geht es mir nicht darum, die Qualität der Rezepte zu bewerten. Ich möchte lediglich meine Erfahrungen und Ergebnisse teilen und zeigen, wie ich als Brotback-Anfängerin damit zu Recht gekommen bin.

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