Das Brotbackfieber hat mich erwischt …

…oder wie ich Züchterin einer kleinen Sauerteig Dynastie wurde

Als allererstes möchte ich euch erzählen, wie ich überhaupt zum Brotbacken gekommen bin und warum ich das hier teilen möchte. Wie so viele im Corona-Lockdown habe ich letztes Jahr im Frühjahr mein erstes richtiges Brot gebacken. Zugegeben, ich habe es auch vorher schon mal versucht, aber es ist nicht so wirklich gut geworden. Und so habe ich letztes Jahr immer mal wieder ein Brot gebacken, natürlich noch nicht mit Sauerteig und mit einem normalen Handmixer geknetet. Viele werden deswegen wahrscheinlich die Hände über den Kopf schlagen, aber es hat ganz gut funktioniert. Na ja, irgendwann hat mein Mixer den Geist aufgegeben. Aber sonst war ich eigentlich ganz zufrieden. Als ich dann zu Weihnachten eine Küchenmaschine geschenkt bekommen habe, dachte ich mir, jetzt gehe ich die Sache “Brot” nochmal richtig an. Und so habe ich, nichts ahnend, Ende 2020 meinen ersten Sauerteig angesetzt. Seitdem hat mich das Brotbackfieber fest im Griff und lässt mich nicht mehr los.

Nach der Anleitung vom Blog www.brotbackliebeundmehr.com ist so der erste Sauerteig meiner kleinen Sauerteig-Dynastie entstanden. Das tolle ist, auf dem Blog ist alles Schritt für Schritt genau erklärt, sodass man eigentlich fast nichts falsch machen kann. Und ehrlich gesagt, so kompliziert hörte es sich gar nicht an. Man braucht nur ein bisschen Zeit und Muse, um den Sauerteig in regelmäßigen Abständen zu füttern. Fast wie ein Haustier, nur ist der Sauerteig nicht so wählerisch. Er braucht nur Mehl und Wasser, und es sollte angenehm warm sein. Gesagt getan, und so ging es am 28.12.2020 los. Ich habe mich dabei für einen Sauerteig aus Roggenmehl entschieden und so ist Roland, der Roggensauerteig, entstanden. Und was soll ich sagen, Roland war von Anfang an sehr aktiv, ist ziemlich schnell aus seinen Glas herausgewachsen…

und wächst weiterhin wie ein wilder. Ich meine, er ist jetzt erst 1,5 Monate alt. Aber bisher bin ich vollends zufrieden mit ihm.

Es dauert ca. 7 Tage, bis der Sauerteig dann einsetzbar ist, ein völlig überschaubarer Zeitraum und so konnte ich relativ schnell mein erstes Sauerteigbrot backen. Ein tolles Schwarzwald-Krüstchen, wieder vom Blog Brotbackliebe… und mehr.

Das Rezept findet ihr hier: https://brotbackliebeundmehr.com/2016/01/31/schwarzwald-kruestchen/
Ich finde es kann sich schon sehen lassen, auch wenn das Foto Setup noch nicht perfekt ist. Geschmeckt hat es auf jeden Fall super.

Das tolle an einem Sauerteig ist, er lebt ewig, wenn man ihn regelmäßig füttert. Ich sage ja, das ist wie mit einem kleinen Haustier. Nur ist der Sauerteig noch etwas pflegeleichter. Er steht die ganze Woche im Kühlschrank und man muss ihn ca. alle 7-10 Tage füttern. Also mit Wasser und Mehl vermischen und bei Raumtemperatur stehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Dann wandert er wieder zurück in den Kühlschrank, bis er als Anstellgut (ASG) zum Ansetzen eines Sauerteiges für das Brot verwendet werden kann. Sehr praktisch und eigentlich nicht so schwer.
Wer schon einmal einen Sauerteig angesetzt hat, weiß auch, dass man mit der Zeit eine große Menge bekommt, wenn man regelmäßig füttert. Für ein normales Sauerteigbrot braucht man nämlich immer nur eine kleine Menge.
Und so habe ich mir die Frage gestellt, was mache ich dann mit den ganzen Rest? Mittlerweile weiß ich, man kann das problemlos zu Broten hinzugeben, um einen säuerlichen Geschmack zu bekommen. Eine Variante, die ich demnächst auch mal testen möchte.

Damals habe ich nach ein bisschen Recherche aber auch festgestellt, dass man einen Roggensauerteig ebenso mit Weizenmehl weiterfüttern kann und so einen Weizensauerteig erhält. Ich habe also aus Roland Wilma, die Weizensauerteig-Partnerin von Roland, erschaffen. Sozusagen aus der Rippe des Mannes die Frau. So ist die erste Generation meiner Sauerteig-Dynastie entstanden und lebt seitdem luftig-locker in meinem Kühlschrank.

Das ist aber noch nicht alles. Letzte Woche durfte ich von meiner Wilma I. einen Ableger ansetzen, Wilma II., welche sich dann per Post auf eine große Reise zu einer Bekannten gemacht hat und dort hoffentlich zu leckeren Broten verhilft. Ich bin zwar noch ein bisschen skeptisch, ob sie die Reise übersteht. Aber da Roland und Wilma bis jetzt immer sehr aktiv und produktiv waren, vertraue ich einfach darauf, dass sie das auch an Wilma II. weitergegeben haben. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Mit der Zeit haben Roland und Wilma dann sogar einen italienischen Verwandeten Luigi, den Lievito Madre, bekommen. Ein etwas milderer, festerer Sauerteig, mit dem man auch ganz toll süßes Hefegebäck, Laugenbrezen oder Pizzateig herstellen kann. Die kleine Dynastie wächst und wächst.

Wie ihr seht, bin ich voll im Brotbackfieber und würde gerne alles auf einmal ausprobieren. Ich habe so viele Rezepte und Ideen, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, was genau ich als nächstes backen soll. Und damit ich damit meine lieben Mitmenschen, die nicht ganz so viel Leidenschaft fürs Brotbacken aufbringen können, nicht andauernd nerve, findet das jetzt hier auf dem Blog statt.

Fürs erste habe ich mir vorgenommen, jede Woche mindestens ein neues Rezept zu testen und euch hier auf dem Laufenden zu halten. Ich möchte euch einfach ein bisschen an meinen Erfahrungen teilhaben lassen, die ich dabei mache, und das eine oder andere Rezept teilen, wenn ich denn dann mal soweit bin und mich selbst an die Rezeptentwicklung traue. Bei Instagram @bici.liebt.backen findet ihr dann auch immer einen kleinen Beitrag mit dem fertigen Ergebnis und einem schönen Foto. Die Details inklusive aller Fails und Wins gibt’s dann natürlich hier.

Viel Spaß beim Lesen und bis bald, eure Bici

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