Brot mit Hut -mein erstes eigenes Rezept- und BmF Synchronbacken

Letztes Wochenende standen gleich zwei tolle Aktionen in meiner Backstube an. Ich habe mein erstes selbstkreiertes Brot gebacken und beim 22. Synchronbacken von “Backen mit Freunden” mitgemacht.

Beim Synchronbacken geht es darum, dass man innerhalb eines festgelegten Zeitraums, hier vom 26.02.-23.03.2021, zu einem bestimmten Thema, dieses Mal Bauernbrot, zusammen bäckt. Es geht dieses Mal gar nicht um ein festes Rezept, sondern darum ein Bauernbrot seiner Wahl zu backen und das Ergebnis mit den anderen zu teilen. Ich finde die Idee richtig toll. Vor allem, weil man so viel Inspiration bekommt, wenn man sieht, was die anderen alles backen. Am liebsten würde ich jedes Rezept selbst ausprobieren. Aber ich habe mich bei für ein Rezept vom Plötzblog entschieden, und zwar das Bauernbrot 80/20 mit Roggen- und Dinkelmehl.

Und es war genau die richtige Wahl, mal wieder ein Volltreffer. Ich hätte das Brot am liebsten am Freitagabend direkt aus dem Ofen angeschnitten, so gut hat es gerochen. Aber ich musste mich bis Samstag früh gedulden. Doch das Warten hat sich gelohnt. Es schmeckt unheimlich saftig und intensiv, mit einer sehr knusprigen Kruste, eben einfach knasprig. Für eine deftige Brotzeit genau das richtige Brot. Wir haben es uns zum Frühstück mit Rührei schmecken lassen und waren beide sehr begeistert. Ich muss gestehen, die Liste meiner Lieblingsbrote wird länger und länger und ich verfalle mit jedem Rezept noch mehr dem Brotbackfieber.

Dieses Rezept eignet sich übrigens perfekt dafür, wenn man nicht so viel Zeit hat, oder unter der Woche Abends nach der Arbeit noch schnell ein Brot backen möchte. Man muss zwar den Sauerteig 12-16 Stunden vorher ansetzen, aber der Rest geht dann ganz schnell. Da das Brot zu 80% aus Roggenmehl besteht, muss man nicht lange kneten, es würde sich sogar gut mit der Hand kneten lassen. Die Stockgare dauert auch nur etwa 45 Minuten, dann wird das Brot in Form gebracht, mit dem Schluss nach unten ins Gärkörbchen gelegt und kommt nach 90 Minuten Stockgare in den Ofen, je nach Größe für 45-50 Minuten. Ich habe nur etwa ¾ der angegebenen Menge gemacht und es war nach 45 Minuten fertig. Da man das Brot mit dem Schluss nach unten in den Gärkorb legt, liegt dieser beim Backen dann oben und das Brot muss nicht eingeschnitten werden. Es reißt von selbst auf. Ich finde, es sieht so schön aus mit den unregelmäßigen Rissen. So schön könnte ich es nie einschneiden.

Und dann stand noch ein ganz besonderes Vorhaben an. Nachdem ich mich die letzten Wochen viel mit dem Brotbacken und Rezepten beschäftigt habe, wollte ich es dieses Wochenende wissen. Ich wollte mein erstes eigenes Rezept entwickeln und backen.

Für den Anfang wollte ich ganz simpel mit einem reinen Weizenbrot starten. Da muss ich beim Kneten nicht so aufpassen und der Teig sollte gut zu verarbeiten sein. Ich wollte es für den Anfang auch so klassisch wie möglich halten, nur mit Sauerteig, Mehl, Schüttflüssigkeit, Salz und Honig arbeiten. So konnte ich erst einmal testen, ob das Rezept überhaupt funktioniert und später kann ich es dann weiter verfeinern, mit verschiedenen Extra-Zutaten. Lediglich für den Geschmack und weil ich das Aroma so liebe, habe ich noch ein Brühstück mit Altbrot in das Rezept aufgenommen.

Die Mengen der einzelnen Zutaten habe ich anhand dessen, was ich mir in den letzten Wochen angelesen habe, festgesetzt. Man geht dabei immer so vor, dass die gesamt Mehlmenge, die man verwenden möchte, als 100% angesetzt wird. Anhand der Mehlmenge werden dann prozentual die Mengen der übrigen Zutaten bestimmt. Beispielsweise könnte man 70% Wasser verwenden. Bei 100g Mehl wären das davon 70%, also 70g Wasser. So geht man für alle andere Zutaten vor. Das sind dann die sogenannten Bäckerprozente, die immer auf Basis der Mehlmenge errechnet werden. Wie gesagt, wollte ich erst einmal nur Weizenmehl verwenden, da ich es für das am einfachsten zu verarbeitende Mehl halte. Für ein bisschen Abwechslung und weil ich den Geschmack mag, habe ich auch noch etwas Weizenvollkornmehl verwendet. Und natürlich Sauerteig als Triebmittel. So durfte endlich mal wieder meine Wilma, der Weizensauerteig, zum Einsatz kommen. Es war schließlich schon ein bisschen her, seit sie das letzte Mal bei einem Brot mitarbeiten durfte. Typisch für einen Weizensauerteig ist Wilma ein bisschen eigen. Sie braucht etwas mehr Zuneigung als Roland, der Roggensauerteig. Und so ist auch ein ganz besonderes Brot entstanden.

Ein Brot mit Hut. Wir mussten so lachen, als ich das Brot aus dem Ofen geholt habe. So war das mit dem Einschneiden eigentlich nicht gedacht. Es sollte eine schöne Schnecke auf dem Brot ergeben. Aber wie gesagt, Wilma ist ein bisschen eigen und macht, was ihr gefällt. Und ich muss zugeben, mir gefällt’s auch. Es ist eben ein ganz besonderes Brot geworden, getauft wurde es auf Lady Wilma Buttermilch. Noch nicht perfekt, aber etwas ganz besonderes. Und geschmeckt hat es auch richtig gut. Sehr mild, wie es typisch für ein Weizenbrot ist, das passt perfekt zu Marmelade, Frischkäse oder einfach nur Butter😉 Und durch den hohen Wasseranteil ist das Brot sehr saftig. Auch nach 3 Tagen war es noch nicht wirklich trocken und hat noch ziemlich gut geschmeckt.

Das einzige, womit ich noch nicht so ganz zufrieden bin, ist die Porung. Sie ist ziemlich unregelmäßig, mit ein paar sehr großen Löchern dazwischen an den Randscheiben und in der Mitte waren dann fast gar keine Löcher. Das wäre jetzt etwas, das ich beim nächsten Mal verbessern möchte. Soweit ich das verstanden habe, liegt das daran, dass die Garzeiten noch nicht gepasst haben und/oder der Teig noch nicht ausreichend Klebergerüst bilden konnte, um die Gärgase zu halten. Aber ansonsten bin ich schon sehr zufrieden mit meinem ersten eigenen Brot.

Sobald das Rezept perfekt ausgefeilt ist, teile ich es gerne auf dem Blog mit euch. Dafür möchte ich aber erst noch die Knet- und Garzeiten optimieren. Und falls trotzdem jemand Lust hat, die Beta-Version von Lady Wilma Buttermilch nachzubacken, schreibt mir einfach, dann verrate ich euch das Beta-Rezept. Aber erwartet euch nicht zu viel, es ist ein sehr klassisches und einfaches Rezept und noch nicht perfekt. Ich übernehme keine Gewähr, dass das Rezept auch beim nächsten Mal gelingt😉 und freue mich gleichzeitig über jeden Verbesserungsvorschlag.

Zum Schluss habe ich noch einen sehr lustigen, aber effektiven Tipp für euch. Um für die Anbackphase beim Brotbacken ohne Topf Dampf im Ofen zu erzeugen, verwende ich das “Schwaden-Tool” vom Onlineshop www.brotzutaten.de. Das ist eine Edelstahl-Schale mit Lava-Steinen, die man mit aufheizt und dann mit Wasser übergießt, bevor die Backofentür geschlossen wird, um Dampf zu erzeugen. Dabei habe ich das Wasser immer mit einer Tasse über die Steine geschüttet und meistens die Hälfte daneben auf den Boden vom Backofen geschüttet. Um das Wasser gezielter auf die Steine schütten zu können, wollte ich mir eigentlich eine Spritze dafür kaufen. Als wir aber am Samstag im Baumarkt waren, habe ich mich dort nach einem passenden “Werkzeug” umgesehen. Dabei ist mein Blick auf Edelstahl-Gießkannen mit einem langen Hals gefallen. Und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Die Gießkanne würde sich durch den langen Hals doch perfekt dafür eignen und dem Edelstahl sollte die Hitze auch nichts ausmachen.

Und so gehört nun eine Gießkanne zur Ausstattung meiner kleinen Backstube. Ich muss immer noch schmunzeln darüber und finde die Idee ziemlich genial. Wahrscheinlich bin ich nicht die erste mit dieser Idee, lustig find ich es trotzdem.

Viel Spaß beim Backen und bis bald, eure Bici

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.