Backen bis der Osterhase kommt

Der Titel beschreibt mein Wochenende ziemlich genau. Ich habe die freie Zeit genutzt und gebacken, was das Zeug hält. Es hat mir riesig Spaß gemacht und fast alle Ergebnisse können sich sehen lassen 😉 zwar werden die ersten beiden Werke sicherlich keinen Schönheitspreis gewinnen, geschmeckt hat aber alles ziemlich gut. Und das ist ja schließlich das wichtigste.
Los ging es am Mittwochabend. Da wir schon am Donnerstag frei hatten, wollte ich für uns was leckeres zum Frühstück zaubern. Dieses Mal habe ich auch früh genug mit den Vorbereitungen begonnen und so konnte ich die Semmeln backen, die ich eigentlich schon letzten Sonntag machen wollte. Es handelt sich dabei um die “Luftigen Osterbrötchen” vom Brotdoc, getoppt mit verschiedenen Kernen und Saaten. Das tolle an den Semmeln ist, dass man die Semmeln am Vorabend schon komplett fertigstellt, formt und dann über Nacht in den Kühlschrank stellt. Am nächsten Morgen muss man nur noch den Ofen vorheizen und die Semmeln in den Ofen schieben. Das hört sich so toll an, dass ich es unbedingt ausprobieren musste. Der Teig besteht aus Weizenmehl, mit einem kleinen Anteil an Vollkornmehl und Hefe als alleiniges Triebmittel. Um den Semmeln ein bisschen Farbe zu geben, kommt noch inaktives Malzmehl in den Teig. Ich hatte nur Roggenmalz (inaktiv) daheim, daher sind meine Semmeln etwas sehr dunkel geworden.

Ich hatte erst ein bisschen Angst, dass sie zu malzig schmecken, da man das Roggenmalz im Teig sehr stark riechen konnte, aber das war zum Glück nicht der Fall. Als Topping habe ich Haferflocken, Kürbis- und Sonnenblumenkerne verwendet. Es hat tatsächlich echt gut funktioniert mit der Stückgare im Kühlschrank. Die Semmeln sind noch ziemlich aufgegangen und waren richtig schön fluffig. Wenn es in der Früh schnell gehen soll, auf jeden Fall ein tolles Rezept. An die leckeren Rustikus von letzter Woche kommen sie aber leider nicht ganz ran. Das ist aber auch echt schwer. Ich bin von denen so begeistert, dass so schnell nichts auch nur in die Nähe dieser leckeren Semmeln kommt.

Am Donnerstag ging das Brotbacken dann gleich weiter. Ich wollte unbedingt mal wieder ein Auffrischbrot, also ein Brot mit Sauerteigresten, backen. Und da gerade alle so schwärmen von dem neuen Rezept “Jule 2.0” von Cookie und Co. wollte ich es auch ausprobieren, dieses Mal mit LM anstatt normalem Sauerteig. Dabei sollte es auch bei dem Rezept die Variante mit Stückgare über Nacht werden, sodass ich am Freitag in der Früh das Brot nur noch backen musste. Mein LM-Rest war jedoch scheinbar noch so triebstark, dass ich komplett in die Übergare gekommen bin und es ein Fladenbrot wurde.

Das Brot ist nach der Stückgare im Kühlschrank und dem Einschneiden komplett auseinandergelaufen. Meine Vermutung ist, dass der Teig schon am Ende der Stockgare bereit für den Ofen gewesen wäre, und ich es nicht mehr zur Stückgare in den Kühlschrank hätte geben sollen. Nach dem Kneten und am Anfang der Stockgare war der Teig noch gut zu verarbeiten, hat lediglich ein bisschen geklebt. Als es dann aber nach der Stockgare ans Formen und Rundwirken ging, war es eine reine Katastrophe. Der Teig hat an allem geklebt, womit er in Berührung kam und war weder elastisch noch dehnbar. Er ist gerissen und hat nicht mehr wirklich zusammengehalten. Mit tonnenweise Mehl konnte ich ihn dann irgendwie ins Gärkörbchen bringen, dabei ist aber leider wieder einiges an Mehl im Teig hängen geblieben und ich konnte nachher die Mehleinschlüsse sehen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber noch die Hoffnung, die Gare über Nacht im Kühlschrank würde dem Teig gut tun. Als ich ihn jedoch am nächsten Morgen aus dem Gärkörbchen gab und angefangen habe, einzuschneiden, ist er regelrecht auseinandergeflossen. Und so wurde aus Jule 2.0 ein Fladenbrot. Geschmacklich merkte man die Übergare zum Glück nicht. Ich war echt überrascht, da ich befürchtete man, würde es an einem extrem sauren oder faden Geschmack merken. Aber ganz im Gegenteil. Das Brot war extrem aromatisch und sehr lecker. Die Krume ist sehr saftig und die Kruste dick und knusprig. Mich interessiert echt, wie das Brot schmeckt, wenn es keine Übergare hatte. Aber ich verbuche das einfach als Lernerfahrung und werde es beim nächsten Mal besser machen. Und mehr auf die Konsistenz des Teiges achten und mich nicht komplett auf die angegebenen Gehzeiten verlassen.

Am Freitag wurde gleich das nächste Brot gebacken. Dieses wollte ich am Samstag mit zu meiner Familie zu Frühstück bringen. Es war mal wieder ein Rezept aus dem Buch von Valesa Schell (www.brotbackliebeundmehr.com), der Saatling “All-in-One”, ein tolles Mischbrot mit Lievito Madre, gerösteten Haferflocken und Sonnenblumenkernen. Bei diesem Rezept werden die Kerne und Haferflocken nicht schon vorher mit einem Quell- oder Brühstück zum quellen gebracht, sondern kommen zusammen mit viel Wasser direkt in den Hauptteig. Dieser wird lange gehen gelassen, sodass die Kerne direkt im Hauptteig verquellen können. Auch wenn viel Flüssigkeit im Teig ist und dieser am Anfang sehr weich war, lies er sich trotzdem gut verarbeiten. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Es ist ein sehr saftiges Brot, mit knuspriger Kruste und intensivem Geschmack, ganz so wie ich es liebe. Die Sonnenblumenkerne verleihen dem Brot Biss und einen ganz besonderen Geschmack. Alle waren begeistert von dem leckeren Brot.

Und dann gab es am Sonntag noch eine riesengroße Ladung Semmeln zum Osterfrühstück

Ich habe wieder die Rustikus von letzter Woche und die Morgenbrötchen von vor ein paar Wochen gebacken. Die Rustikus habe ich in Haferflocken, Sesam, Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne gewälzt, die Morgenbrötchen nur in Mehl. Beide Rezepte sind mit Übernachtgare, sodass ich in der Früh nur noch die Semmeln formen und nacheinander backen musste. Das ist echt toll und eigentlich auch gar nicht viel Arbeit gewesen. Und wert ist es allenmal. Die Semmeln sind bei allen richtig gut angekommen. Jeder hat gesagt, dass sie besser als die Semmeln vom Bäcker schmecken. Das freut mich schon richtig und ich kann es gar nicht erwarten, wieder die ganze Familie mit Brot und Semmeln zu versorgen. Es hat mir richtig Spaß gemacht, so viel zu backen. Auch wenn ein paar Kleinigkeiten nicht so gelaufen sind, wie geplant, war es ein sehr erfolgreiches und schönes Wochenende. Ich hoffe, ihr hattet auch eine schöne Zeit und habt die Feiertage genießen können.

Bis bald, eure Bici.

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